Fremdwährungsdarlehen

Allgemein sollte bekannt sein, dass bei Geldaufnahmen in ausländischen Währungen ein Währungsrisiko aufgrund der Nichtvorhersehbarkeit der Entwicklung der Wechselkurse besteht.

Demzufolge muss jedem Kreditkunden klar sein, dass es sich bei einem Währungskredit genau genommen um eine Zinswette und nicht um ein Kreditgeschäft handelt. In früheren Jahren, insbesondere vor der Finanzkrise sind  wegen der Zinsunterschiede auch Baufinanzierungen auf der Basis des Schweizer Franken abgeschlossen worden. Eigentlich hätte es den Kreditkunden zu denken geben müssen, dass diese Kredite teilweise mit Grundschulden von 130% der Kreditsumme in Deutschland abgesichert werden mussten. Nahezu unverständlich ist ferner, dass aufgrund des langandauernden Niedrigzinsniveaus in Deutschland diese Darlehen möglicherweise nicht umgeschuldet wurden und das Währungsrisiko weiterhin bewusst oder unbewusst in Kauf genommen wurde.

Aufgrund der extrem niedrigen Zinsen am deutschen Kapitalmarkt sind derartige Darlehn derziet nicht im Fokus. Mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (gültig seit März 2016) sind für Fremdwährungsdarlehen folgende Verbesserungen eingetreten:

Bei einem Vertrag über Immobiliar-Verbraucherdarlehen in Fremdwährung hat der Darlehensgeber den Darlehensnehmer unverzüglich zu informieren, wenn der Wert des noch zu zahlenden Restbetrags oder der Wert der regelmäßigen Raten in der Landeswährung des Darlehensnehmers um mehr als 20% gegenüber dem Wert steigt, der bei Zugrundelegung des Wechselkurses bei Vertragsabschluss gegeben wäre. (BGB § 493 (4). Damit hat der Darlehensnehmer zumindest die Möglichkeit, entsprechend zu reagieren.

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